Vergleich

Linetrack vs.
Oracle Primavera P6

Primavera P6 ist im Großanlagenbau, im EPC-Geschäft und in der Infrastruktur der De-facto-Standard für tiefe Terminplanung. Linetrack ist für etwas anderes gebaut: Termine und Kapazitäten über viele parallele Industrieprojekte, gepflegt von den Abteilungen selbst. Diese Seite zeigt, wo die Grenze zwischen beiden verläuft.
Linetrack Termin- und Kapazitätsplanung im Vergleich zu Oracle Primavera P6

Kurzfassung

Oracle Primavera P6 und Linetrack sind für unterschiedliche Aufgaben gebaut: P6 ist der Standard für sehr tiefe Terminplanung in Großprojekten mit eigener Terminplaner-Rolle, Linetrack die kollaborative Termin- und Kapazitätsplanung für den industriellen Mittelstand. In P6 melden Fachabteilungen ihren Stand zu, in Linetrack pflegen sie ihn selbst. Bestehende P6-Terminpläne liest Linetrack als fertige Standardfunktion ein. Der Unterschied liegt im Zuschnitt und im Betriebsmodell, nicht in der Qualität.

StadlerSTOLLSchnaithmannMSGLANG TECHNIKInVENTerKSKSCHIRMACHERVOWEMAKrüger & SaleckerBAVIUSSAMALPHA PLANSCHAUENBURGGRÜBL Automatisierungstechnik GmbHbpmHywaxPGA AnlagenbauKSK AutomationProla Automation
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1512+

parallel gesteuerte
Industrieprojekte

4000+

abgeschlossene
Industrieprojekte

91 %

nannten Excel- und Tool-Chaos
als Ausgangsproblem

10 Tage

Median bis zum ersten
selbst geplanten Projekt

*Alle Kennzahlen auf dieser Seite stammen aus einer Vollerhebung aller produktiven Linetrack-Implementierungen, Stand August 2026. Sie beschreiben den gesamten Kundenbestand; zu abgelösten Primavera-Installationen liegen keine gesonderten Zahlen vor.

Ausgangslage

Wofür Oracle Primavera P6 gebaut wurde

Primavera P6 ist ein Terminplanungssystem für Großprojekte. Es kommt aus dem Anlagenbau, dem EPC-Geschäft, dem Bau und der Infrastruktur – aus Bereichen also, in denen ein einzelnes Vorhaben über Jahre läuft, sehr hohe Vorgangszahlen erreicht und der Terminplan selbst ein vertraglich geschuldeter Liefergegenstand sein kann. Entsprechend tief ist die Methodik: Netzplantechnik mit kritischem Pfad, mehrere Kalender nebeneinander, feingliedrige Projektstrukturpläne sowie Kosten- und Fortschrittskontrolle bis auf die Ebene des einzelnen Vorgangs.

P6 gibt es in zwei Ausprägungen: P6 Professional als Desktop-Client für die eigentliche Terminplanung und P6 EPPM als webbasierte Umgebung für Portfolio, Berichte und Zusammenarbeit. Beide sind für Organisationen gedacht, in denen Terminplanung eine eigene Rolle ist. Genau dort liegt die Bruchkante für den Maschinen- und Anlagenbau im Mittelstand: Diese Rolle existiert dort meist nicht – und der Engpass ist nicht die Tiefe eines einzelnen Plans, sondern die Abstimmung zwischen zwanzig Projekten und sechs Abteilungen.

Praxis

Woran es im Mittelstand bricht

Die folgenden fünf Punkte sind keine Mängelliste. Sie beschreiben, was passiert, wenn ein Werkzeug für Großprojekte in einer Organisation eingesetzt wird, die viele mittelgroße Projekte gleichzeitig fährt und dafür keine eigene Planungsabteilung hat.

  1. Planung wird zur eigenen Disziplin. Die Methodik von P6 zahlt sich erst aus, wenn jemand sie wirklich beherrscht. In der Praxis entsteht daraus eine Vollzeit-Rolle: ein Terminplaner, der Strukturen, Kalender, Codes und Layouts pflegt. Wechselt diese Rolle oder fällt sie aus, steht die Planung still.
  2. Die Fachabteilungen arbeiten nicht selbst im System. Konstruktion, Fertigung und Montage melden ihren Stand zu, statt ihn einzutragen. Der Weg dorthin führt über Besprechungen, Listen und E-Mails – und jede Rückmeldung muss von einer Person übertragen werden, bevor sie im Plan sichtbar wird.
  3. Der Detailgrad übersteigt den Informationsstand. Ein Vorgangsnetz auf P6-Niveau setzt voraus, dass Dauern und Abhängigkeiten in dieser Genauigkeit bekannt sind. Im Auftragsprojektgeschäft stehen viele davon zum Planungszeitpunkt noch nicht fest; der Plan wird dann genauer, als der Wissensstand hergibt.
  4. Die Kapazitätsfrage bleibt eine Zusatzaufgabe. P6 kann Ressourcen führen. Die Alltagsfrage im Mittelstand lautet aber: Ist die Konstruktion im März über alle Projekte hinweg überbucht? Diese Antwort setzt voraus, dass sämtliche Projekte gleich sauber mit Ressourcen belegt sind – ein Pflegeaufwand, der wieder an derselben Rolle hängt.
  5. Betrieb und Rollen kosten eigene Aufmerksamkeit. Ob P6 Professional auf dem Desktop oder P6 EPPM im Browser: Rechte, Kalender, Codes und Layouts wollen administriert werden. Wo ein PMO existiert, ist das gelöst. Wo keines existiert, wird es zur Nebentätigkeit von jemandem, der eigentlich Projekte leiten soll.

Nichts davon ist ein Fehler von P6. Es ist die Folge davon, ein Werkzeug für vertraglich geschuldete Terminpläne in Großprojekten für die Steuerung vieler mittlerer Projekte einzusetzen. Welche Systemkategorien daneben existieren – ERP-Module, agile Tools, Gantt-Planer, Excel und Feinplanung –, ordnet der Software-Vergleich für Multiprojektmanagement ein.

Im Vergleich

Oracle Primavera P6
gegen Linetrack

Sieben Aspekte, an denen sich die beiden Systeme unterscheiden. Keiner davon beschreibt ein Defizit – jeder beschreibt einen Zuschnitt.

AspektOracle Primavera P6
Typisches ProjektGroßprojekte in EPC, Bau, Infrastruktur und EnergieIndustrieprojekte im Maschinen- und Anlagenbau, viele davon parallel
TerminplanungstiefeSehr hoch: Netzplantechnik mit kritischem Pfad, Multi-Kalender, feingliedrige StrukturenAnordnungsbeziehungen mit kritischem Pfad, Verschiebungen wirken durch die Kette
Wer pflegt den PlanIn der Regel eine eigene Terminplaner-RolleJede Abteilung pflegt ihren eigenen Anteil
Kapazität über parallele ProjekteÜber Ressourcenzuordnung im Plan abbildbar, Pflege liegt bei der PlanungsrolleKapazitäts-Histogramm unter dem Balkenplan, projektübergreifend
Rückmeldung aus der AusführungFortschritt wird zugemeldet und eingepflegtTask-Tracking in Desktop und mobiler App, direkt am Vorgang
BetriebsformP6 Professional als Desktop-Client, P6 EPPM webbasiertWebanwendung aus ISO-27001-zertifizierten Rechenzentren in Deutschland
Terminplan als LiefergegenstandHäufig vertraglich gefordert, etwa bei öffentlichen AuftraggebernNicht als Vertragsformat vorgesehen, Sichten für die interne Steuerung

Die Zeile zur Terminplanungstiefe ist die wichtigste. Linetrack rechnet Anordnungsbeziehungen, berechnet daraus den kritischen Pfad und lässt Verschiebungen durch die Kette der abhängigen Vorgänge wirken, unmittelbar sichtbar im Gantt-Balkenplan. Was P6 darüber hinaus bietet, ist die Tiefe der Methodik: Multi-Kalender, feingliedrige Projektstrukturpläne und die formale Terminanalytik für den vertraglichen Nachweis. Umgekehrt liegt in Linetrack das Kapazitäts-Histogramm über alle Projekte direkt unter dem Balkenplan – der Kern der Termin- und Kapazitätsplanung.

Sicherheit & Vertrauen

Ihre Daten. Sicher in Deutschland.

Linetrack läuft vollständig in der EU – gehostet bei einem ISO-zertifizierten Partner, durchgängig verschlüsselt und regelmäßig gesichert.

Made in the EU

DSGVO-konform

Gehostet in Deutschland

Anwendung, Datenbank und Backups laufen ausschließlich bei Hetzner im Rechenzentrum Falkenstein.

Vollständig DSGVO-konform

Ihre Daten werden ausschließlich in der EU verarbeitet und gespeichert.

ISO/IEC 27001:2022-zertifiziertes Rechenzentrum

Unser Hosting-Partner betreibt das Rechenzentrum nach dem international anerkannten Sicherheitsstandard ISO/IEC 27001.

Verschlüsselt in Transit und im Ruhezustand

Datenübertragung über TLS 1.2/1.3, Speicherung mit AES-256-Verschlüsselung.

Mehrstufige Backups

Stündliche, tägliche und monatliche Backups mit einer Wiederherstellungszeit von in der Regel unter einer Stunde.

Ehrliche Abgrenzung

Wann Primavera die richtige Wahl bleibt

Es gibt Konstellationen, in denen Linetrack die falsche Antwort ist. Vier davon lassen sich klar benennen – ohne Einschränkung und ohne Gegenargument.

  1. EPC- und Großanlagenprojekte. Ein einzelnes Vorhaben mit sehr hoher Vorgangszahl, mehrjähriger Laufzeit und einem Terminplan, der selbst Gegenstand der Projektsteuerung ist. Diese Tiefe deckt P6 ab, Linetrack nicht.
  2. Der Terminplan ist Liefergegenstand. Öffentliche Auftraggeber, Öl und Gas, große Infrastrukturvorhaben: Wo der Vertrag P6-Terminpläne in einem definierten Format und Berichtsrhythmus verlangt, ist die Werkzeugfrage bereits beantwortet.
  3. Claims-Management und forensische Terminanalyse. Wer Bauzeitverlängerungen förmlich begründen, Nachträge belegen oder Verzögerungsursachen nachträglich auseinanderrechnen muss, braucht die Claims- und Verzugsanalytik von P6. Dafür ist Linetrack nicht gebaut.
  4. Etablierter P6-Betrieb mit eigener Terminplaner-Rolle. Wo eine Planungsabteilung existiert, die Methodik sitzt und die Prozesse darauf ausgelegt sind, löst ein Wechsel kein Problem – er entfernt eine funktionierende Grundlage.

In allen anderen Fällen – mehrere Abteilungen, viele parallele Projekte mittlerer Größe, keine eigene Planungsrolle – lautet die Frage nicht Tiefe gegen Tiefe, sondern ob der Plan aktuell bleibt. Das ist die Kernfrage des Multiprojektmanagements. Beides schließt sich organisatorisch nicht aus: Wer P6 für ein Großprojekt braucht, muss deshalb nicht das gesamte übrige Portfolio dort führen.

Umstieg

Wie der Umstieg von Primavera abläuft

Der Import bestehender Primavera-Terminpläne ist bei Linetrack fertige Standardfunktion und Teil des Produkts: Vorgänge, Dauern und Abhängigkeiten werden übernommen, statt neu getippt zu werden. Eine gesonderte Schnittstellenentwicklung fällt dafür nicht an, und die Altplanung ist damit kein Argument gegen den Umstieg.

Die Einordnung gehört dazu: Dieser Import ist eine Datenübernahme bei der Migration, kein laufender Abgleich zwischen beiden Systemen. Dauerhaft synchron hält Linetrack ERP-, Zeiterfassungs- und HR-Daten; welche Systeme das im Einzelnen sind und wie sie angebunden werden, steht in der Übersicht Schnittstellen und Integrationen.

Projektstrukturplan in Linetrack mit Vorgängen, Dauern und Abhängigkeiten nach der Datenübernahme

Danach zählt nicht der Import, sondern der erste eigene Plan. Über alle Implementierungen hinweg liegt der Median zwischen Kick-off und dem ersten selbst geplanten Projekt bei zehn Arbeitstagen – unabhängig von der Unternehmensgröße. Den Ablauf in Phasen beschreibt die Seite Einführung; ob der Zuschnitt zu Ihrer Organisation passt, klären wir im Erstgespräch.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Noch Fragen?

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Was ist der Unterschied zwischen Oracle Primavera P6 und Linetrack?

Primavera P6 ist ein Terminplanungssystem für Großprojekte mit sehr tiefer Methodik – Netzplantechnik mit kritischem Pfad, Multi-Kalender, feingliedrige Projektstrukturpläne – und setzt in der Regel eine eigene Terminplaner-Rolle voraus. Linetrack ist eine kollaborative Termin- und Kapazitätsplanung für den industriellen Mittelstand: Fachabteilungen pflegen ihren Anteil selbst, Termine und Ressourcen liegen für alle parallelen Projekte in einer Datenbasis.

Ist Linetrack ein Ersatz für Primavera P6?

Nicht generell. Für Organisationen, die viele mittelgroße Industrieprojekte parallel steuern und keine eigene Planungsabteilung haben, ist Linetrack der passendere Zuschnitt. Für EPC-Großprojekte mit vertraglich gefordertem Terminplan, für Claims-Management und für forensische Terminanalyse bleibt P6 überlegen. Diese Analysetiefe erreicht Linetrack nicht und beansprucht sie auch nicht.

Kann Linetrack bestehende Primavera-Terminpläne übernehmen?

Ja. Der Import aus Primavera ist fertige Standardfunktion und Teil des Produkts: Bestehende Terminpläne mit Vorgängen, Dauern und Abhängigkeiten werden eingelesen, ohne dass dafür eine Schnittstelle entwickelt werden muss. Es handelt sich um eine Datenübernahme bei der Migration, nicht um einen laufenden Abgleich zwischen beiden Systemen. Welche Systeme dauerhaft synchron gehalten werden, zeigt die Übersicht Schnittstellen und Integrationen.

Rechnet Linetrack den kritischen Pfad wie Primavera P6?

Ja. Linetrack berechnet den kritischen Pfad aus den Anordnungsbeziehungen und hebt ihn im Balkenplan hervor; die Markierung lässt sich ein- und ausblenden. Wird ein Vorgang verschoben, wirkt die Verschiebung durch die Kette der abhängigen Vorgänge, und die Folgen sind im Balkenplan und im Kapazitäts-Histogramm sofort sichtbar. Was Primavera P6 darüber hinaus bietet, ist die Tiefe der Methodik – Multi-Kalender, feingliedrige Projektstrukturpläne und die formale Terminanalytik für den vertraglichen Nachweis.

Wann ist Primavera P6 für den Mittelstand überdimensioniert?

Immer dann, wenn die Planung dadurch zur eigenen Disziplin wird. Das typische Muster: Ein Vollzeit-Terminplaner pflegt die Pläne, die Fachabteilungen melden ihren Stand zu, statt selbst einzutragen, und der Plan ist so aktuell wie die letzte Zuarbeit. Ohne vertragliche Anforderung an das Planformat steht diesem Aufwand im Mittelstand selten ein entsprechender Nutzen gegenüber. Wie sich Plan und Realität sonst auseinanderentwickeln, zeigt der Soll-Ist-Vergleich.

Was kostet Linetrack im Vergleich zu Primavera P6?

Zu den Lizenzkosten von Oracle äußert sich Linetrack nicht – sie hängen von Ausprägung und Vertrag ab und ändern sich. Für Linetrack gilt: ab 10 € pro Nutzer und Monat, modular nach Nutzeranzahl, Rollen und gebuchten Funktionsbausteinen. Ein Planspiel vor der Entscheidung ist kostenfrei, Lieferanten erhalten eine kostenfreie Kollaborationslizenz.