Steuern im laufenden Projekt
Projektsteuerung:
wann eingegriffen wird und womit

Kurzfassung
Projektsteuerung ist der eingreifende Teil des Projektmanagements: Sie hält den Plan während der Ausführung gültig, indem sie Abweichungen bewertet und an vier Steuergrößen nachzieht – Termin, Kapazität, Umfang und Reihenfolge. Entschieden wird, sobald eine Abweichung den Puffer eines Vorgangs aufbraucht oder einen nachgelagerten Vorgang berührt. Linetrack rechnet vorher durch, was jede Variante für die übrigen Projekte bedeutet – im Einsatz unter anderem bei Stadler Rail und Schnaithmann Maschinenbau.
1512
parallel gesteuerte
Industrieprojekte
270+
parallele Projekte
beim größten Kunden
59 %
nannten manuelle Statusabfragen
als Ausgangsproblem
10 AT
im Median bis zum ersten
selbst geplanten Projekt
*Alle Kennzahlen auf dieser Seite stammen aus einer Vollerhebung aller produktiven Linetrack-Implementierungen, Stand August 2026. Bei den Ausgangsproblemen sind Mehrfachnennungen möglich.
Definition
Was Projektsteuerung im laufenden Projekt bedeutet
Projektsteuerung besteht aus drei Teilen, die aufeinander folgen. Gemessen wird der Ist-Stand je Vorgang: gemeldeter Fortschritt, gebuchte Stunden, tatsächliche Termine. Bewertet wird die Differenz zum Plan – denn nicht jede Abweichung ist ein Fall für eine Entscheidung. Eingegriffen wird erst, wenn die Bewertung ergibt, dass der Vorgang sich nicht mehr von selbst einfängt. Fehlt einer der drei Teile, entsteht entweder Aktionismus auf Verdacht oder ein Bericht, aus dem nichts folgt.
Diese Seite behandelt den eingreifenden Teil. Wie Planung und Steuerung als Regelkreis zusammenhängen und was in eine vollständige Planung gehört, steht unter Projektplanung und Steuerung; welche Kennzahlen die Messung liefert und woher die Istwerte kommen, beschreibt der Soll-Ist-Vergleich. Im Maschinen- und Anlagenbau entscheidet sich an dieser Stelle, ob ein zugesagter Liefertermin gehalten wird: Dieselben Konstrukteure, Elektroplaner und Monteure arbeiten dort an mehreren Projekten gleichzeitig, und jeder Eingriff in einem Projekt verschiebt Arbeit in den anderen.
Steuergrößen
Welche Steuergrößen ein laufendes Projekt hat
Gemessen wird vieles, verstellen lässt sich wenig. Ein laufender Vorgang hat vier Größen, an denen gedreht werden kann – und jede davon wird von einem anderen Teil des Projekts bezahlt.
Was gemessen wird und was verstellt werden kann, ist nicht dasselbe. Fertigstellungsgrad, Restaufwand und Termintreue sind Messgrößen: Sie zeigen den Zustand, lassen sich aber nicht direkt ändern. Wer den Fertigstellungsgrad zu steuern versucht, statt Termin, Kapazität, Umfang oder Reihenfolge zu verstellen, korrigiert die Anzeige statt der Ursache.
Entscheidungsschwelle
Ab welcher Abweichung eingegriffen wird
Nicht jede Verzögerung ist ein Steuerungsfall. Ein Vorgang, der zwei Tage hinterherhängt und drei Tage Puffer hat, holt das häufig selbst wieder auf; wer dort eingreift, verbraucht Kapazität für ein Problem, das keines war. Wer zu spät eingreift, bezahlt mit dem Endtermin. Die Schwelle dazwischen lässt sich benennen – und sie ist kein Prozentwert, sondern eine Kombination aus drei Kriterien.
Die drei Kriterien greifen unabhängig voneinander. Erstens der Puffer: Solange die Abweichung kleiner ist als die Reserve des Vorgangs, bleibt sie im Korridor und wird beobachtet, nicht behandelt. Zweitens der Trend: Eine einzelne Meldung kann ein Erfassungsfehler oder ein verschobener Urlaubstag sein – belastbar wird eine Abweichung erst, wenn zwei aufeinanderfolgende Stichtage in dieselbe Richtung zeigen. Drittens die Berührung: Sobald eine Abweichung einen Meilenstein oder einen nachgelagerten Vorgang erreicht, wird sofort entschieden, unabhängig von Puffer und Trend. Wie viel Puffer ein Vorgang hat und ob er auf dem kritischen Pfad liegt, ist im Balkenplan ablesbar – das beschreibt die Seite zum Gantt-Diagramm.
Damit das zweite Kriterium überhaupt messbar ist, braucht es feste Stichtage. Ein Trend über zwei Messpunkte existiert nur, wenn zweimal nach denselben Regeln und im selben Abstand gemessen wurde. Ein Stand, der einmal am Montag und das nächste Mal am Donnerstag zusammengetragen wird, erzeugt eine Kurve aus Erhebungsunterschieden statt aus Projektrealität – und die Schwelle greift dann entweder zu früh oder gar nicht. Der Steuerungsrhythmus ist deshalb keine Formsache, sondern die Bedingung dafür, dass die Regel anwendbar bleibt.
Eingriffe
Welche Eingriffe zur Verfügung stehen
Fünf Eingriffe decken das Repertoire ab. Interessant ist nicht die Aufzählung, sondern die dritte Spalte: Jeder Eingriff bezahlt mit einer anderen Größe, und welche das ist, entscheidet darüber, ob er in der jeweiligen Situation tragbar ist.
Alle fünf Eingriffe wirken über das eigene Projekt hinaus, sobald sich Abteilungen mehrere Projekte teilen. Deshalb wird in Linetrack vor der Entscheidung gerechnet und nicht danach: Die Variante wird simuliert, ihre Wirkung erscheint als Ausschlag im Kapazitätshistogramm der betroffenen Abteilung, und erst die entschiedene Variante geht zurück in den Plan. Was ein Eingriff für die übrigen Projekte bedeutet, beschreibt Multiprojektmanagement.
Rollen und Eskalation
Wer den Eingriff entscheidet
Ein Eingriff ist eine Entscheidung, und Entscheidungen hängen an Rollen. Die Projektleitung verantwortet Meilensteine, Phasen und die Vorgaben je Abteilung. Der Abteilungsleiter plant innerhalb dieser Vorgaben und löst dort, was sein Bereich hergibt – verschieben kann er die Vorgaben nicht. Mitarbeiter melden Fortschritt auf ihren Aufgaben zurück und ändern keine Termine; woher dieser Ist-Stand kommt, beschreibt Taskmanagement.
Was der Abteilungsleiter in seinem Bereich nicht lösen kann, eskaliert zur Projektleitung – sichtbar, nicht als stille Korrektur am eigenen Plan. Die Projektleitung sieht dann, was die Alternativen für die anderen Abteilungen bedeuten, spielt die Szenarien durch und nimmt die durchgerechneten Varianten in die nächste Besprechung mit. Wie Termine und Kapazitäten dafür in einer Datenbasis zusammenlaufen, steht unter Termin- und Kapazitätsplanung.

FAQ
Häufig gestellte Fragen
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Was ist Projektsteuerung?
Was ist Projektsteuerung?
Welche Aufgaben hat die Projektsteuerung im laufenden Projekt?
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Welche Steuergrößen kann ein Projektleiter verändern?
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Ab welcher Abweichung sollte man in ein Projekt eingreifen?
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Was ist der Unterschied zwischen Projektsteuerung und Projektmanagement?
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Wer entscheidet über einen Eingriff – das System oder die Projektleitung?
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Was muss ein System können, damit ein Eingriff vor der Entscheidung durchgerechnet werden kann?
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